ESV Lok Cottbus vs. SG Zechin – Siegreich im Risikogebiet, Greens durchbrechen Cottbus-Fluch

Verbandsliga (Männer) - 6.Spieltag

Der sechste Spieltag in Brandenburgs höchster Classic-Kegelliga stand anfangs für die Zechiner Truppe unter keinem guten Stern. Aus Angst vor dem Coronavirus und einer möglichen Ansteckung, sagten einige Spieler des Oderbruchskaders ab und stellten Kapitän Robert Lehmpfuhl vor einem großen Personalproblem. Hinzu galt es auch die Frage zu klären, ob man eine Fahrt in die Hotspotgegend Cottbus wagt oder lieber, zum Wohl der Gesundheit, verzichtet. Nachdem einige beherzte Freiwillige doch den Kader wieder auffüllten, trat man die Tour in den Spree-Neiße-Kreis an und der Mut sollte belohnt werden! Denn die Greens triumphierten auf der anspruchsvollen Lok-Bahn und durchbrachen ihren eigenen Fluch, da bisher in der Vergangenheit noch kein Sieg auf diesem Geläuf möglich war. Mit 6:2 Mannschaftspunkten (MP) bei einem Stand von 3186:3117 Holz entführte die SG Zechin die Punkte ins Oderbruch und blieb damit weiterhin auf den zweiten Tabellenplatz. Anzumerken ist auch, dass die SG Zechin mit 10,5:13,5 Satzpunkte (SP) weniger Bahnen gewann, aber dennoch als Sieger von der Anlage ging. 

Zu Beginn der Partie sprang Ersatz, Hans-Jürgen Specht (SG Zechin III, 470), ein, der doch erhebliche Schwierigkeiten mit der Bahnanlage hatte. Eine hohe Anzahl an Fehlversuchen und viele Würfe auf die unbeliebte Mitte, konnten Ulrich Meißner (524) nie gefährlich werden. Mit 4:0 SP war dies eine klare Angelegenheit. Dennoch waren die Greens dankbar, dass sie ihn bei hatten, um überhaupt spielfähig zu sein. Währenddessen zeigte Sohn Marco Specht (536) erneut eine ansprechende Leistung und erkämpfte sich den ersten MP der Gäste mit 2,5:1,5 SP gegen Maik Hoffmann (508). Der Zechiner begann mit 146 Holz, bei sehr guten 59 Abräumer, furios. Im zweiten Satz kam es zur Punkteteilung, ehe Hoffmann zum 1,5:1,5 nach SP ausglich. Die letzte Bahn musste also die Entscheidung bringen, die Specht zugunsten der Greens herbeiführte. Mit wichtigen Würfen ins Räumerspiel gelang der Duellsieg gegen den Cottbusser.   

Im Mitteldurchgang präsentierte die SG Zechin mit Robert Lehmpfuhl (540) und Karsten Glatzer (557) zwei souveräne Resultate, die von den Hausherren nicht zu überbieten waren. Die Zechiner starteten mit einer 144er und einer 147er Bahn verheißungsvoll ins Match gegen Peter Albert/Andreas Schäfer (513) sowie Dietmar Krone (530). Aber dann glich der ESV jeweils in den Duellen aus. Während Lehmpfuhl sich den zweiten SP in spektakulärer Manier erkämpfte, da er sagenhafte 160 Holz zu Fall brachte (61 Abräumer!), geriet Glatzer mit 1:2 SP ins Hintertreffen. Der Zechiner Kapitän konnte zwar gegen den eingewechselten Schäfer nicht den dritten SP sichern, holte aber dafür den MP über das höhere Gesamtergebnis. Indes zündeten Krone und Glatzer nochmals den Turbo und führten ein spannendes Duell bis zur letzten Kugel, welches sich durch die besseren Abräumer des Zechiners (52:45) entschied. Mit einer hervorragenden Abschlussbahn von 149 Holz waren Krones ebenso gute 143 Kegel geschlagen. Somit führten die Gäste mit 3:1 MP und einer leichten Führung von 28 Holz. 

Im Schlussabschnitt hatten die Zechiner alles im Griff. Nicht nur Karsten Trabs (560) bestach mit ansehnlicher Leistung, sondern auch Steffen Paulus (Ersatz SG Zechin II, 523) wusste zu überzeugen. Wieder bewies Trabs eine exzellente und konstante Tagesform, die zu keinem Zeitpunkt Zweifel an einem weiteren Zähler fürs Gesamtkonto aufkommen ließ. Schon gar nicht, als er hervorragende 158 (106 Volle!) und 142 Holz erspielte, die für Mario Wittmann (511) nicht zu egalisieren waren. Folgerichtig stellte Trabs den Tagesbestwert der Partie auf. Auch Paulus hatte großen Chancen auf den Duellerfolg, da Matthias Jaschke (531) zunächst Schwierigkeiten besaß, um seinen Rhythmus zu finden. Der SG-Akteur schnappte sich den ersten Punkt und scheiterte knapp am Zweiten. Aber dann spielte der Hausherr besser und ging mit 2:1 SP in Führung. Auf der letzten Bahn erreichte er mit 150 Holz den Höhepunkt seiner Kegelvorstellung, die Paulus aber mit guten 142 Holz herausforderte. Somit blieb der Zechiner stets in Schlagdistanz und verteidigte das Plus in den Gesamtholz.

Die Oderbrucher waren sichtlich erfreut über diese tolle Leistung und sind verdient die Sieger dieser Partie. Somit ist das Auswärtsprogramm abgeschlossen, so dass am Samstag, 31.10.2020, endlich wieder ein Heimspiel folgt. Zu Halloween begrüßen die Greens dann die Gäste vom SV “grün-gelb” Hohenbocka.

Karsten Glatzer